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„Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Herrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten.“ (Offb 12,10) Eine Oster-Betrachtung von P. Philip-Neri Gschanes OCist
Einer der schönsten Momente an Ostern ist für mich, der ich nun schon mein 8. Kloster-Ostern feiere, nach über 5 Wochen Halleluja-Fasten, endlich wieder in diesen uralten Jubelruf einstimmen zu können. Das hat etwas Erlösendes. Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechze ich am Ende der Fastenzeit schon nach dem „Halleluja“. In diesem Lobpreis Gottes (zu dt. „„lobet Jahwe““) ist ja die ganze Freude unserer Errettung enthalten: die Freue darüber, der Hand des Pharao entrissen zu sein und auf der Siegerseite zu stehen und eine Hoffnung, die nicht zuschanden werden lässt.
Wenn ich mich gemäß der alten Tradition bemühe, in der Fastenzeit kein „Halleluja“ über meine Lippen kommen zu lassen, so mag das zwar zunächst etwas Deprimierendes an sich haben. Die Erlösung ist ja nicht „aufgehoben“ für die Zeit der Vorbereitung auf Ostern – und damit auch nicht die „Freude am Erlöstsein“. Aber es geht dabei ja nicht darum, sich „nicht erlöst“ zu fühlen, sondern um zu Ostern mit neuer Klarheit zu realisieren: „ich bin erlöst“.
Es ist egal, wie mein Leben momentan aussehen mag: ob ich gerade auf der Sonnenseite wandle, oder die finstersten Schluchten zu durchschreiten habe. Ostern will meine Situation nicht verdrängen, aber es lässt mich darüber hinweg auf das Endgültige schauen: „Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Herrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten.“ Und ich bin dabei und darf einstimmen in dieses endgültige, die Herzen durchdringende und nie enden wollende Halleluja!
P. Philipp-Neri ist auch der Autor eines schönen Geschenkbüchleins, das man hier erwerben kann.
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